Mademoiselle Marie

Das junge kreative Magazin

Home » Kategorie: Welt

Verlassene Orte: Beelitzer Heilstätten

Wenn du mit dem Zug nach Beelitz fährst (ca. 1 h von Berlin entfernt) und bei der Station Beelitzer Heilstätten aussteigst, stehst du sozusagen schon vor der ehemaligen Lungenheilanstalt. Sie war sehr groß und bekannt, verfiel dann aber, als die Sowjets abzogen. Davor war es schon als Lazarett genutzt worden. Das Gelände ist weitläufig; ein Teil ist abgesperrt, aber ein Großteil kann einfach besichtigt werden. Eigentlich darf man sich die Gebäude nur von außen anschauen. Die spannendsten Entdeckungen wirst du aber drinnen machen. Geräte, über deren Zwecke man nur Vermutungen anstellen kann. Verwinkelte Gänge und Zimmer. Ausgedünnte Wände, die das Gewebe im Gemäuer freigeben. Geister- und Drachenbilder von Partyveranstaltern…naja, und wundere dich nicht über die antisemitischen Sprüche an den Wänden und die glatzköpfigen Männer, die durch die Ruinen streuen…sie pilgern vermutlich dort hin, weil Hitler mal für ein paar Wochen da war. Honecker war übrigens fast ein Jahr dort, bevor er untergetaucht ist. Trotz dieser düsteren Vergangenheit macht die alte Lungenheilanstalt zumindest im Frühling keinen gruseligen Eindruck, sondern wirkt beinahe verwunschen. Das sieht in einer regnerischen Nacht sicher ganz anders aus…hm, vielleicht die Kulisse für den nächsten Horrorfilm?

IMG_9433

 

 

IMG_9378

 

IMG_9401

 

IMG_9428

 

IMG_9432

 

IMG_9421

 

IMG_9440

 

IMG_9451

 

IMG_9462

 

IMG_9469

 

Verlassene Orte: Bahngelände Pankow- Heinersdorf

Neben dem S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf liegt ein alter, verlassener Rangier- und Güterbahnhof. Wobei er bei genauerer Betrachtung weder wirklich alt noch komplett verlassen ist: Manche Gebäude sind noch in einem sehr guten Zustand, weshalb man sich wundert, wieso sie nicht mehr verwendet werden. Außerdem zeugen Müll und Hinterlassenschaften wie Wanddeko oder Konfetti von vielen Besuchern und ausschweifenden Parties. Der Zugang ist relativ einfach, man muss über den Zaun klettern.

 

Blick von der Brücke auf´s Bahngelände

Blick von der Brücke auf´s Bahngelände

der Eingang ins Rangierhaus

der Eingang ins Lokhaus

im Inneren

im Inneren

IMG_8570

 

IMG_8577

 

Kuppel

Kuppel

Nebengebäude

Nebengebäude

IMG_8563

 

Weg durch das "Bahndorf"

Weg durch das „Bahndorf“

Wohnraum?

Wohnraum?

IMG_8593

 

IMG_8596

 

Verbessere die Welt (in Ausgabe Nr.8)

Die Rubrik „Verbessere die Welt“ gab es schon länger in Mlle Marie. Bisher haben wir dir Vorschläge gemacht, wie genau du das tun kannst. Dieses Mal bist du selbst dran: Was würdest du gerne an der Welt verändern? Und was machst du ganz konkret dafür oder nimmst es dir vor? Hier kannst du in ungekürzter Fassung durchlesen, was bei der Umfrage herausgekommen ist und gerne selbst deine Vorschläge und Aktionen für eine bessere Welt vorstellen!

 

„Ich hätte gerne, dass Frieden herrscht, dass zwischen den Menschen weniger Hass ist und wir unsere Mitmenschen alle gleich behandeln (unabhängig von Status, Herkunft usw.).

Ich bin schon teilweise aktiv, helfe Flüchtlingen und stelle mich gegen Hass und Rassismus. Natürlich will ich noch mehr tun, aber wie ich Kriege verhindern sollte, weiß ich leider nicht.“  (w, 11.Kl.)

 

„Ganz konkret würde ich mich, wenn ich die Entscheidungsgewalt hätte, unsere Welt zu verändern, gegen den Klimawandel, die Ausbeutung von Mensch und Umwelt und für die Einhaltung der Menschenrechte im Allgemeinen einsetzen. Doch genereller gesprochen ärgere ich mich ab und zu über die Mentalität vieler Menschen in meinem Umfeld. Eigentlich haben wir jede Möglichkeit, uns über jede aktuelle Problematik zu informieren. Wir wissen auch alles. Und doch schwanken die meisten Menschen zwischen  „Ist doch alles nicht so schlimm“ und „Ist doch eh zu spät, was zu ändern“. Wenn ich die Welt verändern könnte, würde ich mir wünschen, dass sich die Menschen für ihre theoretischen Überzeugungen auch einsetzen und nicht nach Sündenböcken suchen, sondern bei sich selbst beginnen.

Ich engagiere mich für Greenpeace und Amnesty, gehe auf Demonstrationen und bin Vegetarierin. Außerdem möchte ich demnächst der Grünen-Jugend beitreten.“ (w, 11. Kl.)

 

„Ich würde gerne an der Welt ändern:  die Weltoffenheit und Kulturoffenheit von vielen Menschen vergrößern, Fremdenhass, Rassismus und Sexismus vernichten, religiösen Fundamentalismus eindämmen.

Ich will Flüchtlingen helfen und Nazis versuchen, von einer anderen Meinung zu überzeugen, versuchen, die Umwelt einigermaßen zu schützen und Menschen mit seltsamer USA-Sicht mit Argumenten vernichten.:)“ (w, 9.Kl.)

 

“ Dass Lebensmitteln und ihrer Qualität mehr Bedeutung zugetragen wird. Ich persönlich versuche, nicht immer das Billigste zu kaufen.“ (w, 11. Kl.)

 

„Da würde ich mich jetzt noch nicht festlegen, wo die Motivation einen so hinführt. Ich bin noch in der Vorbereitungsphase, damit dann auch etwas klappen kann.“ (m, 11.Kl.)

 

„Ich würde gern so vieles an der Welt ändern. Gerade zurzeit passiert so viel Schreckliches. Ich wünsche mir (einfach) Frieden. Frieden in der Welt. Ich fühle mich machtlos im Moment. Wenn ich jetzt die Macht hätte, alles zu verändern, würde ich mich für einen friedvollen Umgang der Menschen miteinander, für Aussichten auf alle Lebensgrundlagen für alle Menschen, den Schutz der Umwelt, um uns eine Zukunft zu sichern, einsetzen. Ich wünsche mir, dass die Menschen aufwachen und sehen, dass wir handeln müssen, um unsere Erde zu schützen und nicht nur die Wirtschaft von Bedeutung ist, was scheinbar so viele denken. Ich möchte mich gerne mehr einsetzen und auf Demos gehen, um zu zeigen, dass mir die Dinge nicht egal sind.“ (w, Kl.11)

 

„Keine Kriege, kein Hunger mehr. Nachhaltiger Lebensstil.“ (w, 11. Kl.)

 

„Allgemeine Ziele: solidarische Weltordnung, unfairen Eigentumsverhältnissen entgegenwirken, Menschen über Profit stellen, gerechte Ressourcenverteilung

Konkrete Maßnahmen: Großkonzerne/Börse entmachten; Produkte aus Kinderarbeit verbieten -> Nestle auflösen; weltweiter Mindestlohn, allgemeine Anpassung des Lohnstandards; Spekulation auf Nahrungsmittel und andere wichtige Ressourcen verbieten; Verallgemeinerung von Wohnraum; Verallgemeinerung/Verstaatlichung von Banken, Versicherungen, medizinischen Einrichtungen und öffentlichen Verkehrsmitteln, sowie der Umwandlung in nicht profitorientierte Unternehmen, Entprivatisierung von öffentlichem Raum; höhere Reichensteuer, evtl. Lohnobergrenze; TTIP stoppen; garantierte Grundversorgung (u.a. durch Subventionierung von Grundnahrungsmitteln); keine Vorratsdatenspeicherung und Stop des unkontrollierten Sammelns von Daten, Netzneutralität garantieren; Verbot von privater Waffenfertigung und deren Export, sowie scharfe Kontrolle und Limitierung durch den Staat; allgemeine Abrüstung; Abschaffung der Todesstrafe; kostenloser Zugang zu Gerichten; Legalisierung von Cannabis; mehr Kulturförderung; Schuldenschnitt für Griechenland und andere; Verbot von Massentierhaltung; Stop der Abholzung des Regenwaldes“ (m, 11.Kl.)

 

„An der Welt selbst würde ich gegenüber ihrem Ursprungszustand nichts ändern, denn es hat alles seinen Sinn. Verändern würde ich meinen Umgang mit der Welt, betreffend effizientere Strom- und Wassernutzung, wenig heizen und der Umgang mit Müll.“ (m, Kl.11)

 

„Die Angst und Unwissenheit einiger Menschen, die zu Ablehnung und Fremdenfeindlichkeit anderen Kulturen gegenüber führen. Ich habe das Gefühl, nicht die Möglichkeit zu haben, Großes zu verändern. Aber ich bin der Meinung, dass man auch durch kleine Gesten viel erreichen kann.“ (w, Kl.11)

 

„Frieden in Kriegsgebieten, Gleichstellung der Frau zum Mann, Kinderarbeit einschränken (!!!), optimale Newcomer-Verteilung und bessere Unterstützung und Integration, die Erderwärmung aufhalten.“ (w, Kl.11)

 

„Meiner Meinung nach gibt es drei große Probleme in der Welt, die wiederum viele andere Probleme auslösen. Das sind: 1.Die Umweltzerstörung (->Hungersnöte, Klimawandel, Aussterben von Tierarten etc.) 2. Das System Arm-Reich (->Armut, Ungleichheit, Ausbeutung etc.) und 3. Gewalt und Gewaltbereitschaft (->Kriege, Terrorismus, dadurch z.Zt. auch die Flüchtlinge, Hass etc.). Das, was der Menschheit fehlt, ist Rücksicht- in allen Bereichen! Kriege werden angezettelt, um an Rohstoffe zu gelangen, radioaktiver Müll wird ins Meer gekippt, um sich nicht weiter darum kümmern zu müssen, der Regenwald wird abgeholzt, um Gewinn aus Holz und Ackerfläche zu schlagen, die Pharmaindustrie setzt Leben auf´s Spiel, um heimlich neue Medikamente auszuprobieren…die Liste lässt sich ewig fortsetzen. Und die Ursache liegt allein in der Rücksichtslosigkeit der Verantwortlichen, die ihren eigenen Gewinn über alles andere stellen. Wieso ist es ihnen bloß egal, dass darunter so viele zu leiden haben? Wenn wir Menschen so weitermachen, wird eines Tages auch der skrupelloseste Egoist die Folgen seines Verhaltens zu spüren bekommen. Aber nicht nur im Großen, gerade auch im Kleinen müssen wir rücksichtsvoller werden. Ich persönlich lebe, soweit es in unserer Gesellschaft möglich ist, umweltfreundlich (Nahrung, Verkehrsmittel, Konsumverhalten etc.). Außerdem versuche ich, nichts zu tun, was anderen schadet, aber das klappt leider nicht immer.“ (w, Kl.11)

Heer?-NEIN DANKE!!!

heerneindankeHabt ihr auch schon die neueste Bundeswehr-Werbung bemerkt? Schlimm, oder? Besonders erschreckend ist, dass man auf den ersten Blick gar nicht sieht, für was geworben wird. In etwa „Attraktive Langzeitjobs mit guten Aufstiegschancen“ -hört sich ja gar nicht so übel an- argh! Das ist ja die Bundeswehr! Oder „Tausend Facebookfreunde sind nichts gegen einen Kameraden“ – stimmt, ich finde diese unechten Freunde auch blöd, aber das Wort „Kameraden“ lässt mich aufhorchen und ich merke, das ich schon wieder beinahe auf die Bundeswehrwerbung hereingefallen wäre, die zugleich auch Werbung für den Krieg ist.

Und vermutlich fällt der scheußliche Inhalt der Werbung den meisten nicht mal auf, zufällig streift der Blick die subtilen Slogans und das kleingedruckte Armee-Motto („Wir.Dienen.Deutschland.“ Könnte glatt aus einer anderen Zeit stammen.). Und wie es Werbung so an sich hat, nistet sie sich langsam aber sicher in den Köpfen ein. Das zu Recht schlechte Image des stehenden Heeres verbessert sich- ganz zufällig natürlich! Nicht nur, dass Soldat dann wieder ein angesehener, ehrbarer Beruf werden wird, was ja an sich schon völlig paradox ist, sondern auch, dass dadurch die Kriegsbereitschaft wächst. Immerhin muss die Armee doch auch mal zum Einsatz kommen!

Können wir das mit ansehen? Lassen wir uns das gefallen? Wieso tut niemand was dagegen? Wir müssen selbst aktiv werden, weil es sonst niemand tut! Wie? Ganz einfach: erstens: Mit möglichst vielen Leuten darüber sprechen, um sie dafür zu sensibilisieren! Zweitens: Plakate neben/über die der Bundeswehr kleben, die auf die tödlichen Nebenwirkungen aufmerksam machen.  Und drittens: sich beim deutschen Werberat beschweren (www.werberat.de). Dort gibt es ein Beschwerdeformular, das ihr nur noch ausfüllen müsst! Wenn genügend Leute sich beschweren, muss die Werbekampagne abgesetzt oder wenigstens verändert werden. Los geht´s, meine Beschwerde ist schon eingereicht!