Mademoiselle Marie

Das junge kreative Magazin

Verlassene Orte: Beelitzer Heilstätten

Wenn du mit dem Zug nach Beelitz fährst (ca. 1 h von Berlin entfernt) und bei der Station Beelitzer Heilstätten aussteigst, stehst du sozusagen schon vor der ehemaligen Lungenheilanstalt. Sie war sehr groß und bekannt, verfiel dann aber, als die Sowjets abzogen. Davor war es schon als Lazarett genutzt worden. Das Gelände ist weitläufig; ein Teil ist abgesperrt, aber ein Großteil kann einfach besichtigt werden. Eigentlich darf man sich die Gebäude nur von außen anschauen. Die spannendsten Entdeckungen wirst du aber drinnen machen. Geräte, über deren Zwecke man nur Vermutungen anstellen kann. Verwinkelte Gänge und Zimmer. Ausgedünnte Wände, die das Gewebe im Gemäuer freigeben. Geister- und Drachenbilder von Partyveranstaltern…naja, und wundere dich nicht über die antisemitischen Sprüche an den Wänden und die glatzköpfigen Männer, die durch die Ruinen streuen…sie pilgern vermutlich dort hin, weil Hitler mal für ein paar Wochen da war. Honecker war übrigens fast ein Jahr dort, bevor er untergetaucht ist. Trotz dieser düsteren Vergangenheit macht die alte Lungenheilanstalt zumindest im Frühling keinen gruseligen Eindruck, sondern wirkt beinahe verwunschen. Das sieht in einer regnerischen Nacht sicher ganz anders aus…hm, vielleicht die Kulisse für den nächsten Horrorfilm?

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Verlassene Orte: Bahngelände Pankow- Heinersdorf

Neben dem S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf liegt ein alter, verlassener Rangier- und Güterbahnhof. Wobei er bei genauerer Betrachtung weder wirklich alt noch komplett verlassen ist: Manche Gebäude sind noch in einem sehr guten Zustand, weshalb man sich wundert, wieso sie nicht mehr verwendet werden. Außerdem zeugen Müll und Hinterlassenschaften wie Wanddeko oder Konfetti von vielen Besuchern und ausschweifenden Parties. Der Zugang ist relativ einfach, man muss über den Zaun klettern.

 

Blick von der Brücke auf´s Bahngelände

Blick von der Brücke auf´s Bahngelände

der Eingang ins Rangierhaus

der Eingang ins Lokhaus

im Inneren

im Inneren

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Kuppel

Kuppel

Nebengebäude

Nebengebäude

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Weg durch das "Bahndorf"

Weg durch das „Bahndorf“

Wohnraum?

Wohnraum?

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Greenshowroom und Ethical Fashion Show

...und hier das dazugehörige Ethical-Fashion-Show-Plakat.

…und hier das dazugehörige Ethical-Fashion-Show-Plakat.

Plakat des Greenshowrooms 2016

Plakat des Greenshowrooms 2016

 

 

 

 

Thematisch besonders interessant ist die Öko- und Fair-Messe, die offiziell aus zwei unterschiedlichen Messen besteht. Sie findet im Postbahnhof statt. Die Stimmung unterscheidet sich sehr von den anderen Messen. Es gibt keine bedruckten Taschen, dafür selbstgebackene Kekse, fair angebaute Orangen und Bio-Limonade. Die Hallen sind überschaubar, hell und freundlich. Die Aussteller stammen teils von verhältnismäßig großen Firmen, teils stehen die Geschäftsführer, die gleichzeitig auch alles andere machen, selbst vor ihren Kollektionen und erzählen uns enthusiastisch, wieso ihr Label beim Welt-Retten hilft. Reet Aus z.B. hat sich auf Upcycling aus Fabrik-Stoffresten spezialisiert. Andere Labels entwickeln neue Materialien, so Feuervogel, das Mode aus Bambusfasern (Stichwort nachwachsende Rohstoffe) herstellt und in Jeans Muster lasern lässt. Wir sehen auch Regenjacken aus alten Plastikflaschen, viele Siebdruckshirts und vegane Lederschuhe. Obwohl es Ausnahmen gibt, muss man zugeben, dass die Fair/Öko-Mode noch ziemlich staubig ist, was die Designs angeht. Strick mit Filzelementen ist keine Seltenheit und auch sonst geht es modisch gesehen eher unexperimentierfreudig zu. Aber wer nach lockeren Sweatshirtpullis und nett bedruckten T-Shirts mit gutem Gewissen sucht, findet einiges! Schau dir einfach mal die ausstellenden Labels auf greenshowroom.com an. Und schließlich kann man davon ausgehen, dass es in den kommenden Jahren mit dieser Branche bergauf geht!

 

Premium

offizielles Plakat der Premium

offizielles Plakat der Premium

Die Messe findet in einem großen (Fabrik)gelände an der Luckenwalder Straße statt. Sie ist in acht Hallen zu unterschiedlichen Bereichen wie Sports- und Outerwear, Schuhe und Taschen oder hochwertige Männermode unterteilt. Außerdem haben manche Labels eigene Räume. Im Kühlhaus werden angeblich die fortschrittlichsten, wegweisendsten Labels vorgestellt.

Das Publikumsspektrum reichte von jung und stylish über älter und stylish bis hin zu älter und beinahe heruntergekommen. Viele Leute handelten mit den Vertretern der Marken Bestellungen aus und man merkte auf jeden Fall, dass die Messe keine Spaßveranstaltung, sondern Arbeit ist.

IMG_8412Die Labels: weitverbreitete und kleine, eher billige und exklusive, internationale und regionale. Ihre Mode: minimalistisch und verträumt, High-tech-Materialien und Folklore. Was trotz dieser Spannweite auffällt: irgendwie sehen sich alle ähnlich. Ähnliche Farben, Stoffe, Schnitte, Kombinationen. Ich frage mich: Ist das Mode oder einfach ein bisschen einfallslos? Oder liegt es an der Auswahl der vertretenen Marken?

Welche Tendenzen ich beobachten konnte: die Farben sind relativ klassisch, durchbrochen von vielen Gold-Silber- und Glitzerelementen wie Pailletten, Drucken und zarten Mustern. Passend zur Jahreszeit gibt es sehr viele Strickoberteile und -Mäntel sowie außergewöhnlich gutaussehende wasserfeste Jacken für Frauen und Männer. Die Gegenströmung dazu sind die zahlreichen buntgefärbten, kurzen, dicken Felljacken (Meiner Meinung nach weder schön noch tierfreundlich). Auffallend sind auch die neuen gemusterten Hemden und Blusen, z.B. mit Tieren und galaktischen Mustern in knalligen Farben. Außerdem werden viele bestickte, blumige Folklorestücke präsentiert. Und noch was: endlich werden wadenhohe Tüllröcke angeboten- in Kombination mit kurzen Blazern und schlichten Jacken!